Im Steinweg

  Parkhaus Post

Die Sanierung der historischen Altstadt hat in Coburg seit über 40 Jahren Tradition. Die Wohnbau Stadt Coburg betreut und betreute als Sanierungsträger seit 1972 insgesamt 7 Sanierungsgebiete in Coburg. Mit dem Sanierungsgebiet I, Westliche Innenstadt (1995 abgeschlossen) fing es an. Es folgten die Sanierungsgebiete Steinweg–Vorstadt (1982), Südwestlicher Stadtkern (1989), Judenvorstadt (1995), Leopoldstraße (1995) und Ketschenvorstadt (2006).

In seiner Sitzung vom 25. Juni 2015 hat der Coburger Stadtrat die vorbereitenden Untersuchungen für ein geplantes, neues Sanierungsgebiet in der Steinwegvorstadt einstimmig auf den Weg gebracht und die Wohnbau Stadt Coburg mit der Durchführung beauftragt.

Das dann vsl. siebte Sanierungsgebiet in der Coburger Innenstadt versteht sich als Fortführung und Erweiterung des Sanierungsgebietes II. Bei dem für die Voruntersuchung des anstehenden Sanierungsgebietes vorgesehenen Untersuchungsbereiches in der nördlichen Innenstadt handelt es sich um ein sehr heterogen zusammengesetztes Gebiet. Zum einen wird es aus der historischen und teilweise extrem verdichteten Steinwegvorstadt gebildet. Dazu umfasst das Gebiet zum Teil noch die Bebauung der Bahnhofsvorstadt, aber auch die großmaßstäbliche Bebauung in der Hindenburgstraße, mit einer Kette von für das Zentrum der Stadt ungewöhnlich hohen Wohnhäusern – dem Kaufhaus, dem Parkhaus Post sowie dem historischen Hauptpostamt. Wie das Postareal, welches nur noch teilweise für die ursprüngliche Funktion genutzt wird, sind weite Teile des Voruntersuchungsgebietes als Ensemble denkmalgeschützt oder stehen als Einzelobjekte unter Denkmalschutz.

Mit der Erarbeitung der vorbereitenden Untersuchungen wurde zwischenzeitlich das Stadtplanungsbüro UmbauStadt GbR beauftragt. UmbauStadt hat seinen Ursprung im Zusammenschluss der Büros bdfw+, gegründet an der Bauhaus Universität Weimar und dem Berliner Büro Eichstädt/Emge. Das Büro betreut seit Jahren bundesweit zahlreiche Stadtentwicklungs- und Stadtumbauprozesse.

Die nun beginnenden Untersuchungen sollen der Vorbereitung von Maßnahmen dienen, die

  • das Wohnen in der Innenstadt stärken und seine freiräumlichen Funktionen unterstützen,
  • den Wohnort Innenstadt in seinem Angebotsspektrum für verschiedene Lebensalter weiter attraktiv machen,
  • den Handel, insbesondere in den Erdgeschossen, aber auch die Mischung mit Gewerbefunktion erhalten und stärken sowie Nutzungskonflikte in den dichten Strukturen vermindern,
  • die verkehrliche Erschließung präziser und bedarfsgerechter organisieren und unter der Berücksichtigung freiräumlicher Qualitäten gestalten,
  • die Stadt bei der Qualifizierung von Gebäude- und Grundstückspotenzialen unterstützen, insbesondere beispielsweise in höchstverdichteten Arealen, aber auch im Hinblick auf Schlüsselareale wie der Hauptpost,
  • die stadt- und freiräumliche Verknüpfung mit den umliegenden Quartieren stärken – beispielsweise die Integration des Gemüsemarktes in die Platzfolgen der Innenstadt, aber auch die Anschlüsse an das Bahnhofsviertel und dergleichen.

Gefragt ist – im Sinne des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) und seiner für die Innenstadt definierten Entwicklungsziele – eine genauere Bestandsaufnahme und Aktualisierung der Datengrundlagen sowie eine vergleichende und integrierende Auswertung mit einer übergreifenden Verknüpfung aller dargestellten Inhalte. Ziel der vorbereitenden Untersuchung wird nun das Präzisieren der Zielsetzungen und Handlungsfelder und das Herausarbeiten von konkreten Angriffspunkten und Projekten sein.

Im Frühjahr 2016 sollen Anwohner und Eigentümer von Immobilien im Quartier zu Ihrer Situation befragt und so an der Erarbeitung der Studie beteiligt werden. Im Rahmen des 2. Tags der Städtebauförderung am 21. Mai 2016 werden Stadt und beauftragte Planer zudem vor Ort präsent sein und über das Vorhaben informieren.

 

 

Lageplan: Untersuchungsgebiet Nördliche Innenstadt

 

 

 

Pressestimmen

 

25.06.15Coburger TageblattWo tut Stadtsanierung in Coburg wirklich Not?

 

 

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