Grundstücke frei: Platz für minimalistische »Tiny Houses« (auch) in Coburg

von14. Oktober 2019 um 19:57Stadt Coburg


 

Foto: Flickr/Tammy. Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 2.0 Generic Lizenz.

 

  Mögliches Grundstück im Wirtsgrund

  Mögliches Grundstück in Scheuerfeld

Darstellung annähernd.

Klein, funktional, effizient und vor allem beliebt: In den Vereinigten Staaten sind die so genannten »Tiny Houses«, (dort vielfach mobile) kleine Wohneinheiten mit vergleichsweise geringer (Wohn-)Fläche schon länger ein veritabler Trend. Die Gründe, sich für diese Wohnform zu entscheiden, sind so vielfältig wie die Bauten selbst: Der Wunsch nach einem minimalistischen, auf das Wesentliche reduzierten, möglichst nachhaltigen Leben, das Streben nach Individualität und der Spaß am Selbermachen (DIY) spielen bei der Entscheidung für ein »Tiny House« ebenso eine Rolle wie finanzielle und ökologische Erwägungen.

Der Grundsatz lautet hierbei vielfach: Weniger ist mehr… Fest steht jedoch: Die kleinen, oftmals jedoch (hoch-)flexibel und funktional ausgestalteten Bauten haben längst auch in Deutschland ihre Fans. Mehr als jeder zehnte Befragte könnte sich nach einer Umfrage der Interhyp vorstellen, (zukünftig einmal) in einem »Tiny House« bzw. einem Kleinsthaus zu wohnen. Im oberfränkischen Mehlmeisel exisiert bereits heute eine »Tiny House Village« mit derzeit ca. 20 Kleinsthäusern. In zahlreichen anderen Kommunen haben sich Initiativen gegründet oder es wird aktuell die Entwicklung entsprechender »Tiny House«-Projekte verfolgt.

Was wäre in Deutschland/Coburg zu beachten?

Ob sowas aber (in Zukunft) auch in Coburg möglich ist? Das wollten einige Bürger/-innen bereits konkret in Erfahrung bringen. Das Interesse bzw. die Nachfrage scheint da. In der Stadtverwaltung – beim städtischen Bauamt sowie in der Abteilung für Liegenschaften – gingen mehrfach Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern ein, die sich nach den Möglichkeiten, ein »Tiny House« in Coburg zu realisieren, erkundigen wollten.

Im Vergleich zu den USA wird das »Tiny House« hierzulande nicht als Wohnmobil, sondern explizit als Gebäude eingestuft. Grundsätzlich gelten die gleichen Bestimmungen, wie bei dem Bau eines herkömmlichen Wohnhauses. Eine Baugenehmigung ist erforderlich.

Zunächst muss der geplante Standort im sogenannten Innenbereich liegen, also innerhalb einer bestehende Bebauung. Das können zum einen Standorte sein, die im Geltungsbereich eines qualifizierten Bebauungsplanes liegen (sog. beplanter Innenbereich gem. § 30 Baugesetzbuch), als auch Standorte ohne Bebauungsplan (sog. unbeplanter Innenbereich gem. § 34 Baugesetzbuch). Im ersten Fall sind grundsätzlich die Festsetzungen des Bebauungsplans einzuhalten. Im zweiten Fall richtet sich die Bebaubarkeit nach den Eigenschaften der bereits vorhandenen Bebauung (sog. Einfügungsgebot). Daneben ist eine zweite Voraussetzung zu erfüllen: Das Grundstück muss voll erschlossen sein (Wasser, Abwasser, Strom und verkehrsgerechte Anbindung).

Dementsprechend ist eine Aufstellung im sog. Außenbereich gem. § 35 BauGB nicht möglich, obgleich »Tiny Houses« oft in Verbindung mit landschaftlich idyllischen Lagen im Grünen gebracht werden. Zudem sind die gleichen bauordnungsrechtliche Vorschriften einzuhalten, wie bei einem gewöhnlichen Wohnhaus., u. a. die Anforderungen an Abstandsflächen und Brandschutz. Im gesamten Stadtgebiet der Stadt Coburg ist zudem die Baumschutzverordnung zu beachten.

Stadt Coburg stellt in Frage kommende Grundstücke vor

Die möglichst einfache und kurzfristige Realisierung eines solchen Projektes – auch unter diesen Vorzeichen – wurde von den Verantwortlichen vor Ort nach ersten Anfragen einmal grundsätzlich geprüft. Auch weil »Tiny Houses« gegenüber klassischen Einfamilienhäusern aufgrund ihres reduzierten Flächenbedarfs einen entscheidenden »Standortvorteil« haben. Sie lassen sich auch auf Flächen realisieren, die sich für eine herkömmliche Bebauung schlichtweg nicht besonders eignen, auf denen gleichzeitig jedoch ein oder sogar mehrere »Tiny Houses« problemlos Platz fänden. Dass auch in Coburg einige, derzeit brachliegende, jedoch bereits erschlossene und somit vergleichsweise unkompliziert zu bebauende Grundstücke existieren, stellte sich schnell heraus. Zwei solche Grundstücke stellten Vertreter/-innen der Stadt am vergangenen Freitag der Öffentlichkeit vor.

Dabei handelt es sich um zum einen um ein ca. 285 m² großes Grundstück im Neubaugebiet Mittelberg im Coburger Stadtteil Scheuerfeld (Flurstück 93/32) sowie um eine weitere, ca. 270 m² große Fläche im Wirtsgrund (Flurstück 2430/9) bei Wüstenahorn.

Wer sich für eines der Grundstücke oder für die Errichtung eines »Tiny Houses« in Coburg interessiert, kann sich an die Abteilung Liegenschaftswesen (liegenschaften@coburg.de, Tel. 09561/89-1230) oder an das Stadtbauamt, Stadtplanung (stadtbauamt@coburg.de, Tel. 09561/89-1614) der Stadt Coburg wenden.

 


 

Darstellung annähernd.

 

 

 

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