CO2-Bilanz vorgestellt: Haushalte und kommunale Gebäude vorn

von15. Oktober 2015 um 8:20Stadt Coburg

Seit 1993 ist die Stadt Coburg Mitglied im Klima-Bündnis. Über 1.700 Städte, Gemeinden und Landkreise in 25 europäischen Ländern haben sich seit 1990 mit ihrem Beitritt dazu verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen vor Ort zu reduzieren. Angestrebt wird eine Reduktion um 10 % alle fünf Jahre sowie eine Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen bis spätestens 2030, ausgehend von einem für das Jahr 1990 ermittelten Basiswert. Für Coburg bedeutet dies konkret eine Reduktion von 11,51 t pro Einwohner im Jahr 1990 auf 5,8 t im Jahr 2030.

Das zwischen 2009 und 2010 erstellte, knapp 400 Seiten umfassende, Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Coburg enthält einen Maßnahmenkatalog, mit dessen Hilfe diese Ziele erreicht werden sollen. Die Maßnahmen sind so formuliert, dass der Katalog nicht in der Schublade verstaubt. Die Ideen sollen gemeinsam von der Stadtverwaltung Coburg und allen Bürgerinnen und Bürgern Schritt für Schritt umgesetzt werden. Es stellt damit eine Ergänzung zum Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) dar.

Im Rahmen des Integrierte Klimaschutzkonzepts erfolgte 2009 eine umfassende, bis in das Jahr 1990 zurückreichende CO2-Bilanzierung der Stadt, die seitdem in regelmäßigen Abständen fortgeschrieben wird. Die Datenerhebung, Eingabe und Auswertung erfolgt durch die Stabsstelle Umwelt-/Klimaschutz der Stadt Coburg unter Verwendung einer der führenden Softwarelösungen im Bereich der Energie- und Klimabilanzierung.

Die 8. Sitzung des Bau- und Umwelsenats am vergangenen Mittwoch, den 14.10.2015, nutzte der Klimaschutzbeauftragte der Stadt Coburg, Wolfgang Weiß zur Vorstellung der zuletzt für das Jahr 2013 abgeschlossenen Bilanzierung für die Stadt Coburg.

 

CO2-Bilanz für das Jahr 2013

 
co2-bilanz-summe

Demnach beliefen sich die Treibhausgas- bzw. CO2-Emissionen in der Stadt Coburg im Jahr 2013 auf ca. 10,6 Tonnen pro Einwohner (»Pro-Kopf-Emissionen«) und lagen damit leicht über dem Bundesdurchschnitt von knapp 10,1 Tonnen. Gegenüber dem Basiswert im Jahr 1990 wurde bereits eine Reduktion um 8 % erreicht. Auf dem Weg zu dem im Jahr 2030 angestrebten Ziel einer Halbierung des Basiswerts von 1990 auf einen Wert von 5,8 Tonnen je Einwohner, steht der Löwenanteil jedoch nur bevor. In seiner Präsentation wies Weiß darauf hin, dass mehr als die Hälfte der Zeit auf dem Weg zum selbst gesteckten Klimaziel bereits vergangen sei. Im 22. Jahr des Beitritts mit 15 verbleibenden Jahren bis 2030 habe man jedoch erst ca. 16% des angestrebten Reduktionsziels erreicht. Es gebe daher in Zukunft nicht nur viel zu tun, sondern auch bereits einiges aufzuholen.

Differenzierter präsentieren sich die zwischenzeitlich erreichten Fortschritte bei Betrachtung der einzelnen Bereiche.

  Pro-Kopf-Emissionen nach Bereichen
Bereich   Pro-Kopf-Emissionen

Haushalte   2,24 t

Verkehr   3,65 t

Wirtschaft   4,47 t

Kommunale Gebäude   0,17 t

Gesamt:   10,57 t

Deutliche Einsparungen gegenüber dem Basiswert konnten seit 1990 vor allem im Bereich Haushalte sowie bei den kommunalen Gebäuden erzielt werden. So ist man im Bereich der Haushalte dem selbst gesteckten Ziel bereits sehr nahe. Um 48 % konnten die Emissionen bis 2013 reduziert werden, es fehlen lediglich noch 2 %. In Bezug auf die kommunalen Gebäude, die jedoch nur zu etwa 2% zu den Gesamt-Emissionen der Stadt beitragen, ist man bereits ähnlich weit: In den vergangenen Jahren ist es gelungen, die Emissionen gegenüber dem Referenzwert von 1990 um 38 % zu reduzieren – es fehlen noch 12%. In einem ersten Schritt hatte die Stadt bereits 2009 ein Teilkonzept für 77 städtische Liegenschaften erstellt und ein langfristiges Einsparvolumen von ca. 9.970 MWh/Jahr ermittelt. Mit den getroffenen Maßnahmen, die sich vielfach bereits innerhalb weniger Jahre amortisieren, entlastet die Stadt auch ihren Haushalt.

Ein Anstieg in der Summe ist hingegen in den Teilbereichen Wirtschaft und Verkehr zu verzeichnen. Gegenüber dem Wert von 1990 ist in diesen Bereichen sogar ein Anstieg der Emissionen zu verzeichnen – in Bezug auf den Bereich Verkehr um ca. 10 %, im Bereich der Wirtschaft um ca. 17 %. Hier müsste, ausgehend von dem 2013 erreichten Niveau, bis 2030 eine Reduzierung um 55-57 % erfolgen, um die mit der Selbstverpflichtung einhergehenden Ziele noch erreichen zu können.

Mit Ausnahme des Teilbereichs »Kommunale Gebäude« lässt sich der überwiegende Teil der in die Bilanz einfließenden CO2-Emissionen nach wie vor auf die Nutzung fossiler Energieträger zurückführen. Auch hier zeigen sich jedoch Ansätze eines Wandels: So sind in den vergangenen Jahren die durch die Nutzung von Kohle, Benzin oder Heizöl verursachten Emissionen zurückgegangen, während Erdgas und Dieselkraftstoff im höherem Maße zur Entstehung von CO2-Emissionen beitrugen.

 

 

Pressestimmen

 

14.10.14Coburger TageblattCO2-Ausstoß in Coburg ist zu hoch

 

 

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