Das Schlick-Gebäude wird zur Sanierungswerkstatt

Zur Eröffnung des Hauptschauplatzes der vom 18. Mai bis 29. Juni stattfindenden Coburger Baukulturwochen, der Sanierungswerkstatt »Schlick 29« im Steinweg, wird am Mittwoch, den 18. Mai 2016, viel geboten. Neben den Veranstaltern leiten mit Fachvorträgen Sally Below, Dozentin an der Bauhaus-Universität Weimar und Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen, die Veranstaltungsreihe thematisch ein.

Zu der übergreifenden Veranstaltungsthematik »Chance Baukultur« stellen die Referentinnen baufachfremde bzw. fachübergreifende Impulse zu dem stadt- und gesellschaftswirksamen Themenkomplex dar. »Der Begriff Baukultur klingt harmlos. Irgendwas Ästhetisches, denken die meisten«, weiß Marta Doehler-Behzadi. »Baukultur, das ist meine Meinung, wird unterschätzt.« Vor diesem Hintergrund will die Stadtplanerin in ihrem Vortrag aufzeigen, dass Baukultur eine erfolgreiche Entwicklungsstrategie für Kommunen und Regionen sein kann und für eine Reihe gesellschaftsrelevanter und notwendiger Themen einen zielführenden Handlungsansatz darstellt. Kurzum: Hier wird Baukultur als Fortschrittsidee vermittelt.

Für Sally Below liegt der Schwerpunkt der Baukultur nach eigener Aussage beim Thema Kultur: »Baukultur als Arbeitsfeld, als Gestaltung des eigenen Umfelds, als Motor für Veränderungen in den Städten, Gemeinden und Kommunen ist ein wichtiges Werkzeug im Dienste des Gemeinwohls und der Lebensqualität der Bewohner und Nutzer.« Nach Below bedarf es zukünftig einer guten Mischung an Expertentum und zivilgesellschaftlichem bzw. privatwirtschaftlichem Engagement bei der Gestaltung von Stadt, Bildung und gemeinschaftlichem Leben. In ihrem Vortrag stellt die Urbanistin ihr Forschungsthema »Experiment Stadtalltag« am Beispiel von verschiedenen Projekten aus deutschen Klein- und Mittelstädten vor, in denen in Kooperation zwischen Bürgerschaft, Wirtschaft und Verwaltung neue Nutzungen für leerstehende Gebäude entwickelt wurden, die nun das gesellschaftliche Leben der Städte bereichern.

Rund um den Tag der Städtebauförderung 2016 veranstalten die Stadt Coburg, die Wohnbau Stadt Coburg, die Hochschule, das Stadtplanungsbüro UmbauStadt sowie der Fördergeber, die Regierung von Oberfranken, mehrere Informationsveranstaltungen zu denen alle Coburger, aber vor allem die Bewohner des potentiellen neuen Sanierungsgebietes in der Steinwegvorstadt, herzlich eingeladen sind.

 

Eröffnung »Schlick 29. Die Sanierungswerkstatt« und Programmvorstellung

Mittwoch, 18. Mai 2016, 19:00 Uhr
Schlick 29. Sanierungswerkstatt, Steinweg 29


Begrüßung
Christian Meyer, Geschäftsführer der Wohnbau Stadt Coburg
Norbert Tessmer, Oberbürgermeister der Stadt Coburg

GrußwortBaukultur in Oberfranken
Heidrun Piwernetz, Regierungspräsidentin von Oberfranken

Grußwort
Prof. Michael Pötzl, Präsident der Hochschule Coburg

Programmvorstellung
Prof. Mario Tvrtkovic, Hochschule Coburg
Lutz Wallenstein, Architekturtreff Coburg

Vortrag – Chance Baukultur
Sally Below, sbca, Berlin
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin, IBA Thüringen

 


 

 Sally Below

Sally Below ist urbane Strategin und Kommunikationsberaterin. Sie gründete das Büro im Jahr 1999 und ist zudem Mitinitiatorin von Stadtentwicklungs- und Kulturprojekten, z. B. der Temporären Gärten. In ihren Projekten entwickelt sie Strategien der aktivierenden Stadtentwicklung, neue Formate des Austauschs und der Beteiligung und vermittelt zwischen Disziplinen und Szenen. Ihre Kenntnisse und Erfahrungen gibt sie auch als Dozentin weiter, u. a. an der Bauhaus-Universität Weimar.

Sie ist im Vorstand der Vereine STADT ALS CAMPUS, und SPREE2011.Fluss und Stadt, die aus eigenen Initiativen entstanden, im Vorstand des VorOrt e.V. Dessau sowie Mitglied im SRL, im Förderverein Baukultur, im Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung und bei den Freunden des DAM.

 

 Dr. Marta Doehler-Behzadi

Dr. Marta Doehler-Behzadi leitet die IBA Thüringen GmbH seit 1. Mai 2014 als Geschäftsführerin. Nach ihrem Studium für Stadtplanung an der Hochschule für Architektur und Bauwesen (HAB) Weimar und anschließendem Forschungsstudium arbeitete sie seit 1984 zunächst mehrere Jahre für den Chefarchitekten der Stadt Leipzig. Anschließend war sie als freiberufliche Stadtplanerin in Leipzig tätig. Von 2007 bis 2014 leitete sie das Referat Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz im Bundesbauministerium. In dieser Funktion betreute sie in den vergangenen Jahren auch das bundesweite Netzwerk von IBA Akteuren und ist mit den IBA Prozessen in Deutschland vertraut.

 

Impressionen der Veranstaltung


 

Städtebauförderung in Oberfranken

Dieses Projekt wird im Bund-/Länder-Städtebauförderungsprogramm »Städtebaulicher Denkmalschutz« mit Mitteln des Bundes und des Freistaats Bayern gefördert.

 

 

 

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